Während die Entwicklung der Inzidenzwerte Sorgen bereitet, freuen sich Schülerinnen und Schüler im Berchtesgadener Land nach den langen Wochen schulischer Abstinenz endlich wieder darauf zum Lernen in ihre Klassenräume zurückkehren zu dürfen. Gleich bei ihrer Rückkehr ins Schulhaus stand für die Mädels und Buben ein Corona-Schnelltest auf dem Stundenplan.

Das Corona-Test-Angebot richtet sich erst einmal an Schüler ab 15 Jahren und ihre Lehrer. 100 Millionen Tests will das Land Bayern bereitstellen um die Schulen sicherer zu machen und seine Schüler und sein Personal vor Corona zu schützen: die Tests für Schüler finden einmal wöchentlich statt, ihre Lehrer können sich zweimal pro Woche einer Testung unterziehen – allerdings – und das gilt sowohl für die Lernenden als auch für das Lehrpersonal - durchgehend auf freiwilliger Basis.
„Wichtig ist, dass die Selbsttests regelmäßig in den vorgesehenen zeitlichen Abständen durchgeführt werden, auch in den Ferien,“ so die Schulleiterin. Die Tests sollten unabhängig davon erfolgen, ob Symptome einer Erkrankung vorlägen oder nicht.
„Die Lehrkräfte haben im Unterricht sehr viele KP1-Kontakte“, so Frau Langenfelder. Da sei die Gewissheit, dass aktuell keiner positiv ist, sehr beruhigend. Mindestens 25 Prozent ihres Kollegiums sei den Risikopersonen zuzurechnen oder sie hätten Familienmitglieder, die zu diesen gehörten.
Der Antigentest für Schulen hat zwei wesentliche Vorteile: Der Tupfer muss nur in den vorderen Bereich der Nasenhöhle eingeführt werden und erfordert keinen Rachenabstrich – er ist leicht durchführbar. Nach 15 Minuten wird das Ergebnis in einem Reagenzröhrchen sichtbar. Wie auch andere Schnelltests ist der Selbsttest insbesondere dafür geeignet, eine hohe Virenintensität nachzuweisen. Das bedeutet wiederum, dass Personen, die hoch ansteckend sind, rasch erkennbar werden.
„Viel spricht dafür den Test am Montagmorgen durchzuführen, so Rektorin Langenfelder. Dann nämlich könnte in einem positiven Fall in einer Klasse die Quarantäne für die gesamte Unterrichtsgruppe vermieden werden, da gleich zu Beginn des Tages getestet würde und die entsprechende Person sofort abgeholt würde. „Ich bin absolut für die Tests, sie bringen auch uns als Schule eine Menge Vorteile“, so die Schulleiterin. In Österreich machten die Schulen schon viele Wochen lang von dem Angebot erfolgreich Gebrauch.

„30 Prozent der Schülerschaft hat angegeben, mit Angst vor einer Ansteckung in die Schule zu kommen“, so die Mathe- und Physiklehrerin. Auch für diese habe das neue Testverfahren beruhigende Funktion. Der Vorbereitungsaufwand sei immens, Hilfestellungen von offizieller Seite: Fehlanzeige. Unser früherer Schüler Till Schöndorfer vom BRK Ainring und Maximilian Hänsch, der ihm hilfreich zur Seite stand, waren freundlicherweise am Montagmorgen erschienen, um Schülern und Lehrern unter die Arme zu greifen.
Noch vor dem Wochenende waren Lehrkräfte damit beschäftigt, Halterungen für die Reagenzröhrchen selbst zu erstellen, weil viel zu wenige mitgeliefert wurden. „Schule in der Pandemie ist nicht nur ein immenser organisatorischer und bürokratischer Aufwand, sondern man müsse auch permanent auf veränderte Sachlagen und einen Wust an Informationen reagieren“, so die Realschulrektorin. „Ich hätte an der Uni noch einige Semester Medizin studieren sollen“, so die Schulleiterin. Aber wer konnte dies alles ahnen,“ wirft sie eine gehörige Portion Humor in Waagschale.
Denn klar ist: Auch der Selbsttest ist wie alle Antigen-Schnelltests nur eine Momentaufnahme. Im Gegensatz zum verlässlicheren PCR-Test im Labor benötigen die Schnelltests eine größere Menge an Viren, um ein positives Ergebnis anzuzeigen, sagt das Robert-Koch-Institut. Schon 24 Stunden später kann ein vormals negativ Getesteter Corona-positiv sein.

Elf Millionen der Tests seien bereits an die Gemeinden ausgegeben worden, so Ministerpräsident Markus Söder. Dabei wird unterschieden zwischen Schnelltests, die von Personen mit medizinischer Schulung durchgeführt werden, und Tests, die die Testpersonen selbst machen können. Beide Arten von Schnelltests sollen an Bayerns Schulen zum Einsatz kommen.
Zum Einstieg waren die Mädchen und Jungs noch sehr verhalten gegenüber der neuen Situation im schulischen Morgengrauen. Das müsse beim nächsten Mal einfach besser werden, waren unsere jungen Helfer vom BRK ganz einer Meinung. „Wenn sich so eine Gelegenheit bietet, muss man sie auch nutzen“, forderten sie zum konsequenten Mitmachen auf.

Johannes Vesper.

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