Während in politischen Kreisen in diesen Tagen heftig über den Fortbestand der Maskenpflicht gestritten wird, gehen die bayerischen Schulen mit Riesenschritten auf die großen Ferien zu. Und damit einher geht der Gedanke, wie es nach den Sommerferien weitergehen wird in den Schulhäusern hierzulande. Alle Schülerinnen und Schüler werden wieder da sein, auch Corona wird wieder da sein. Denn wirksame Therapien oder Impfstoffe sind nicht in Sicht.

Für das neue Schuljahr bereitet Bayern nach Angaben des Kultusministers den Regelbetrieb unter Hygieneauflagen vor: Dann sollen wieder alle Schüler im vollständigen Klassenverband täglich Präsenzunterricht erhalten - vorausgesetzt, das Infektionsgeschehen lässt dies zu. Der Mindestabstand von 2 Metern in den Klassenräumen ließe sich dann nicht mehr aufrechterhalten. Die Devise werde sein: so viel Unterricht wie möglich bei so viel Gesundheitsschutz wie nötig, so Minister Michael Piazolo (Freie Wähler)
Eine weitgesteckte Vorgabe, die aber auch nicht viele Möglichkeiten der Kontaktvermeidung bietet. Das bereitet den meisten Schülern Freude, den Lehrkräften eher Kopfzerbrechen. Doch beobachtet man die Touristen in unseren Urlaubsorten, fällt auf, dass kaum einer eine Maske trägt, geschweige denn irgendeine Abstandsvorgabe einhält. Man tummelt sich entspannt und unbeschwert in den Fußgängerzonen, als sei Corona endgültig überwunden. Der Lockerungstrend ist kaum mehr aufzuhalten.
Wie der Unterricht mit Beginn des neuen Schuljahres aussehen wird, da gibt sich unsere Schulleiterin, Frau Langenfelder, mit Prognosen eher zurückhaltend. „Da gehen noch zwei Monate ins Land“, so die Rektorin. Wenn man derzeit die Entwicklungen der Pandemie in vielen Ländern und Regionen beobachte, verbiete sich jegliche Form schulischer Planung über einen so langen Zeitraum hinaus. Natürlich mache man sich Gedanken, aber das seien eher Wünsche und gute Absichten denn konkrete Vorhaben. Das gelte auch für den neuen Hygieneplan, der im September vorliegen soll. Wie sich ein kompletter Klassenverband unter Coronaauflagen beschulen lässt, damit habe noch niemand Erfahrung. Man müsse abwarten, wie es sich umsetzen lässt, so Frau Langenfelder. Es sei noch zu früh, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Fest stehe lediglich, dass alle Schüler wieder in ihren Klassenverbänden den Unterricht besuchen.
Sollten die Infektionszahlen eine Rückkehr zum Regelbetrieb im September nicht erlauben, kämen Alternativszenarien zum Einsatz. Unter Umständen kann daher auch kurzfristig eine Rückkehr zum derzeitigen System notwendig werden, bei dem sich Präsenzunterricht in der Schule mit Homeschooling abwechselt.
Der Minister kündigte für die Sommerferien ein "freizeitpädagogisches Ferienprogramm an" - insbesondere für Schüler der Jahrgangsstufen eins bis sechs. Durch das Angebot sollen laut Staatskanzlei auch Alleinerziehende und Eltern unterstützt werden, die ihren Jahresurlaub bereits vor den Sommerferien aufgebraucht haben.

Johannes Vesper

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