Nachdem sie nach dem Weggang von Rektor Christian Thoma, der jetzt als Schulleiter in seinem Heimatort Marquartstein tätig ist, gleich mit Beginn des laufenden Schuljahres 2019/20 als kommissarische Schulleiterin zum Einsatz kam, hat Frau Langenfelder in diesen Tagen offiziell die Leitung unserer Schule übernommen. Zuerst hat sie noch „a wenig“ gezaudert, doch jetzt sind die Würfel gefallen. Die neue und „alte“ Rektorin der Realschule im Rupertiwinkel heißt Andrea Langenfelder.

Die bereits auf dem Chefsessel erprobte Führungskraft kommt aus einem Elternhaus, in dem die Mutter als Grundschullehrerin und der Vater als Realschullehrer mit den Fächern Wirtschaftswissenschaften und Geographie unterrichtete. Mit einer derartigen Prägung versehen, gibt es für einen jungen Menschen zwei Möglichkeiten: Entweder man kehrt der Pädagogik ein für alle Mal den Rücken oder man wird von der Tätigkeit der Eltern so motiviert, dass gar kein anderer Berufsweg in Frage kommt. Der Lebenslauf von Frau Langenfelder spricht in dieser Hinsicht eine eindeutige Sprache.
Sie wächst in Grafenau im Bayerischen Wald auf. Der Vater betreibt neben seiner Unterrichtsarbeit eine staatliche Skischule. Da ist es nicht schwer, sich vorstellen, wie die Winter, des jungen Mädchens ausgesehen haben. Dabei stand nicht nur der Spaß auf den Schneepisten und die Verbesserung des eigenen Könnens auf dem Programm, sondern auch ihr Einsatz für den Nachwuchs. Trotz ihres zeitintensiven Engagements für die unterschiedlichsten sportlichen Aktivitäten in Sommer und Winter, wie zum Beispiel das Tauchen oder Radeln, legt sie im Juni 1993 das Abitur mit der Note 1,3 ab.
Das alles klingt nach einer unbeschwerten Kindheit und Jugend, geprägt von klaren Normen und Werten, von Verlässlichkeit und Konsequenz. Und das sind die Werte, für die die „Neue“ heute einsteht, mit denen sie ihrer Wirkungsstätte einen unverkennbaren Stempel aufdrückt. Dabei geht es ihr nicht darum Werte um der Werte Willen zu vermitteln, sondern im Vordergrund steht der Mensch, stehen Lehrer, Schüler und Eltern – in ihrem Bemühen den Schulalltag im tagtäglichen Miteinander konstruktiv zu gestalten.
Später arbeitet die Lehrerin für Mathematik, Physik und Informatik nebenbei in einem Fitnessstudio, verdingt sich als Skilehrerin in Japan, organisiert Selbstverteidigungskurse und fährt auf einem Huskyschlitten durch die eisige, finnische Winterlandschaft. Horizonte erweitern sich, die Neugier auf neue Lebensinhalte wird geweckt, vor allem die Erkenntnis, dass es gerade in heutiger Zeit wichtig und lohnenswert ist, Verantwortung zu übernehmen.
Ihre ruhige Ansprache, ihr ausgleichendes und ausgeglichenes Wesen, ihr wacher und analytischer Verstand, ihre rhetorischen Fähigkeiten und ihr Humor ließen sie in ihrem Kollegium in Freilassing, in das sie im Herbst 2005 eintrat, eifrig Punkte sammeln. Die Gesundheitsvorsorge für ihre Lehrkräfte und das Wohlbefinden ihrer Kollegen ist ihr eine Herzensangelegenheit. In diesem Zusammenhang reicht das Spektrum vom Fitnessboxen, über Yoga, Naturkosmetik bis hin zur Achtsamkeitsschulung.
Sie hat sich angewöhnt, auch auf sich selbst zu schauen. Selbstfürsorge nennt man das heutzutage. Eine wichtige Eigenschaft, um sich in Form zu halten, nicht nur für den Unterrichtsalltag. Bisher konnte Frau Langenfelder mehrere Jahre lang ihre Führungskompetenzen als Zweite Realschulkonrektorin und als kommissarische Schulleiterin in Freilassing unter Beweis stellen. Jetzt wünscht die Schulgemeinde ihrer Rektorin einen guten Start in ihrem vertrauten Arbeitsfeld und für alle Beteiligten viele Jahre kontinuierlicher und kooperativer Zusammenarbeit.

Johannes Vesper

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