Franz Eder machte im Jahre 2007 den mittleren Bildungsabschluss an unserer Schule. Doch damit kam seine schulische Laufbahn erst so richtig in Gang. Schon als Schüler begeisterte er sich für den Umgang mit der deutschen Sprache. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass er heute als Redakteur arbeitet und das Schreiben zum Beruf gemacht hat. Seine ausführlichen Antworten auf unsere Fragen geben tiefe Einblicke in seinen Werdegang.

Du bist immer in deiner bayerischen Heimat verwurzelt geblieben! Gab es nie mal den Wunsch wegzugehen?
Ich habe in meinem Leben eigentlich nie langfristige Pläne geschmiedet, sondern das meiste hat sich einfach so ergeben und ist quasi ineinander übergegangen. Deshalb hat sich die Frage für mich nie wirklich gestellt. Aber mir hat auch nie etwas gefehlt und ich denke, es gibt schlimmere Gegenden, um Wurzeln zu schlagen. 
Was hat dich eigentlich veranlasst die journalistische Laufbahn einzuschlagen?
Ich hatte schon immer eine Affinität zur Sprache und darin lag auch in der Schulzeit meine größte Stärke. Der Traum, Journalist zu werden, entwickelte sich dabei recht früh, schien für mich aber schier unerreichbar zu sein. Nach der Realschulzeit habe ich deshalb erst einmal eine Ausbildung im Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler absolviert. Dort habe ich das Handwerk der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sozusagen „auf der anderen Seite“ erlernt.
Wie sah deine Ausbildung aus?
Nach der Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation habe ich die Berufsoberschule Traunstein absolviert und dort die Allgemeine Hochschulreife erworben. Damit konnte ich an der Universität Salzburg Kommunikationswissenschaft studieren – mit Schwerpunkten in Journalistik sowie Medienpolitik und -ökonomie. Noch bevor ich meine Bachelor-Arbeit schrieb, erhielt ich ein Angebot für ein zweijähriges Volontariat bei der Passauer Neuen Presse. Dort waren meine Einsatzorte die Lokalredaktionen Bad Reichenhall und Burghausen. In Passau bekam ich einen Einblick in die überregionalen Nachrichten-, Sport- und Onlineredaktionen. Zudem nahm ich an sechs Seminaren zu den unterschiedlichen journalistischen Genres teil.
Ist dieses Arbeitsfeld nicht dauernd von Stressfaktoren umgeben?
Doch, das mit Sicherheit und es ist bestimmt auch eine Typfrage, sich damit zu arrangieren. Denn anders als in manchen anderen Berufen, wissen wir in der Regel am Morgen nicht, in welche Richtung sich der Tag entwickelt. Da heißt es dann oft, unter Druck kreativ zu sein, ohne dabei einen Fehler zu machen, der tausendfach verbreitet wird. Für mich überwiegen aber in jedem Fall die Vorteile, weil wenn man auf die Uhr schaut, dann nicht aus dem Grund, wie lange man noch absitzen muss, sondern, wie viel Zeit man noch zur Verfügung hat. Die meisten Tage vergehen also wie im Flug.

 

Lässt es sich gut mit dem Privatleben vereinbaren?
Zwar kann es nach einer mehrstündigen und hitzigen Stadtratssitzung schon ein paar Minuten dauern, um vollständig abschalten zu können. Aber im Wesentlichen hat der Beruf für mich auf das Privatleben keinen spürbaren Einfluss.
Was kann die Heimatzeitung tun, um sich auf dem umkämpften Medienmarkt zu behaupten?
Unsere größte Stärke ist sicher die Regionalität, denn viele Anbieter, die den Lesern lokale Nachrichten in Printform an die Haustür liefern, gibt es nicht. Ansonsten ist es aber natürlich auch wichtig, den digitalen Trend mitzugehen. Da sind wir mit unserem Online-Angebot und dem E-Paper, also der vollständigen Zeitung in digitaler Form, nach meinem Dafürhalten aber sehr gut aufgestellt.
Welche Erinnerungen an deine Schulzeit sind dir geblieben?
Im Großen und Ganzen nur positive. Vor allem die Zeit an der Realschule möchte ich nicht missen. Wenn ich noch einmal entscheiden müsste, würde ich den Weg genau wieder so einschlagen. Hier erhält man die Basis, mit der einem danach alle Perspektiven offen stehen. Aber am Schönsten waren natürlich während der gesamten Schulzeit die Momente nach jeder Abschlussprüfung und das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Das durfte man dann auch ausgiebig feiern und genießen.
Hast du noch Kontakt zu deinen früheren Mitschülern?
Natürlich habe ich zu einigen noch Kontakt und dem ein oder anderen läuft man auch hin und wieder über den Weg. Klar ist aber auch, dass sich vieles verlaufen hat und jeder beruflich eingespannt ist, sodass die persönlichen Treffen leider etwas zu kurz kommen.

Franz Eder/ Johannes Vesper

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